WH-Wasser-Wettbewerb zur Förderung von Nachhaltigkeit

Prof. Dr. André Latour will die Bewilligungsurkunden für die Förderrunde 2020 zum Thema „Wasserversorgung 2030“ nach Möglichkeit gerne persönlich überreichen. Insgesamt werden vier Projekte von der Westfälischen Hochschule zur Förderung von Nachhaltigkeit unterstützt. Das hochschulinterne Förderprogramm wird Latour an den Standorten und Fachbereichen zukünftig intensiv bewerben, damit sich möglichst viele Forschungsinteressierte für nachhaltige Disziplinen engagieren. Foto: WH/MV

Mit einem „internen Programm zur Forschungsförderung für eine nachhaltige Zukunft“ ermutigt Prof. Dr. André Latour, Vizepräsident für Nachhaltigkeit und Internationales der Westfälischen Hochschule, alle Forschungsinteressierten, sich für nachhaltigkeitsorientierte Themen zu engagieren. Die erste Bewerbungsrunde zum Thema „Wasserversorgung 2030“ startete im Oktober und wurde nun entschieden: Insgesamt werden drei studentische Projekte sowie ein Projekt eines Hochschulprofessors am Standort Recklinghausen gefördert.

(MV) Antragsberechtigt bei der sogenannten „Research-Challenge für Nachhaltigkeit“ sind Professorinnen und Professoren sowie Studierende der Westfälischen Hochschule. Im Wettbewerb wird zwischen zwei sogenannten Förderlinien unterschieden: Die erste Förderlinie richtet sich an Professorinnen und Professoren, die im Fall einer positiven Förderentscheidung für einen Zeitraum von einem Jahr eine Fördersumme in Höhe von 50.000 Euro zur weiteren Ausarbeitung und Umsetzung ihrer Idee gestellt bekommen können.

Die zweite Förderlinie hat zum Ziel, Studierende − Einzelpersonen oder Gruppen − zu fördern. Bei einer Bewilligung können auch sie für einen Zeitraum von einem halben Jahr eine Fördersumme in Höhe von 5.000 Euro zur Unterstützung und Ausarbeitung ihres Vorhabens erhalten. Dabei kann deren Idee beispielsweise in Zusammenhang mit einer Projektarbeit stehen oder auch eine Abschlussarbeit vorbereiten.

Mindestens ein Drittel der Mittel seien bei beiden Förderlinien für Personalausgaben vorgesehen, so Latour. „Die Ergebnisse des jeweils bewilligten Projekts werden dokumentiert und anschließend dem Präsidium der Hochschule zur Verfügung gestellt“, erläutert Latour das Prozedere.

Die erste Forschungsherausforderung betrifft das Wasser – die Ressource des Lebens. Der Fokus liegt dabei auf der Versorgung von Mensch und Natur, da beide ohne diese Ressource nicht überleben können. So wichtig wie die Verhinderung der Ausbreitung der Corona-Pandemie ist, darf trotzdem das Engagement für ein (über)lebenswertes Dasein auf unserem Planeten nicht ins Abseits gerückt werden. Auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen gab es 2010 folgenden Mehrheitsbeschluss: „Sie erkennt das Recht auf einwandfreies und sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung als ein Menschenrecht an, das unverzichtbar für den vollen Genuss des Lebens und aller Menschenrechte ist“ wird auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung berichtet.

Den Zuschlag für die Förderrunde 2020/2021 zum Thema „Wasserversorgung 2030“ erhielt für die erste Förderlinie Dr. Ingo Tausendfreund, Professor für Chemie, insbesondere analytische Chemie am Standort Recklinghausen (Untersuchung der Fixierung von PFAS in belasteten Böden als Maßnahme zum Schutz von Süßwasserreserven für die Wasserversorgung). „Schmutz- und fettabweisend – das sind die Haupteigenschaften einer Chemikaliengruppe, die mit PFC oder PFAS abgekürzt wird. Einige PFAS, so das Umweltbundesamt, reichern sich in Tieren, Pflanzen und im Menschen an und wirken zudem gesundheitsschädigend“.

Für die studentischen Förderprojekte erhielten Kerstin Lütke Enking und Lennard Zimmermann, beide aus dem ersten Semester im Recklinghäuser „Masterstudiengang Polymerchemie“ (Herstellung einer Gradientenmembran (feiner Filter) zur Wasseraufbereitung), sowie Melvin Decker aus dem „Masterstudiengang Energiesystemtechnik“ in Gelsenkirchen (Modellierung und Analyse von Verschaltung, Kombination und Systemtechnik von Wasseraufbereitungsanlagen auf Grundlage der Elektrodialyse zur Untersuchung von Synergieeffekten) und Richard Löffler aus dem Bachelorstudiengang „Molekulare Biologie“ (Optimierung des Wasserrecyclingsystems von (Auto-)Waschstraßen) einen positiven Förderbescheid.

Herausforderung Nachhaltigkeit

„Im Bereich der Forschungsförderung wollen wir mit dem selbst entwickelten neuen Förderformat die Ideen unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie unserer Studierenden für Beiträge zur Nachhaltigkeit anregen und unterstützen. Die Themen für diese als Wettbewerb ausgerichtete Forschungsförderung können dabei aus unterschiedlichen Disziplinen kommen. In der Förderrunde für dieses Jahr haben wir uns auf die Ressource Wasser verständigt. Gewollt ist dabei, neue Ansätze zu denken und auch Ideen jenseits eingefahrener Pfade zu verfolgen“, berichtet André Latour. Wichtiges übergeordnetes Ziel sei es, den Auf- oder Ausbau eines Forschungsthemas im Bereich der Nachhaltigkeit zu fördern.