Nachrichten aus der Westfälischen Hochschule

Unendliche Welten

Stefan Marks. Foto: WH/BL

Absolvent Dr. Stefan Marks, inzwischen Lehrender an der Technischen Universität von Auckland in Neuseeland, berichtete in der Fachgruppe Informatik über aktuelle Projekte auf dem Forschungsfeld der virtuellen Realität und machte den Studierenden ein Angebot, das äußerst spannend klang.

(BL) Der virtuelle Raum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2017. Dies sind die Abenteuer, die Studierende mit Dr. Stefan Marks, Absolvent der Westfälischen Hochschule und heute Lehrender (Senior Lecturer) und Forscher an der Technischen Universität von Auckland in Neuseeland, erleben können. Seine Spezialgebiete sind die dreidimensionale Datenvisualisierung, simulierte und virtuelle Umgebungen.

Nach Deutschland brachte ihn eine Reise, auf der er sich über aktuelle Forschungs- und Entwicklungsprojekte in der „Virtuellen Realität“ (VR) informieren wollte. Unter anderem war er in Mainz, Köln, Aachen und Düsseldorf in VR-Forschungseinrichtungen. Und natürlich in Gelsenkirchen, wo er den längsten Teil seiner Deutschlandreise verbrachte, denn Gelsenkirchen ist nicht nur sein ehemaliger Studienort in Nachbarschaft seiner Heimatstadt Marl, sondern auch der Hochschulstandort von Prof. Dr. Gregor Lux, mit dem Marks schon seit längerer Zeit intensiv zusammenarbeitet. Unter anderem hat Lux an der „Auckland University of Technology“ (AUT) ein Forschungssemester verbracht (Trikon berichtete in Ausgabe 3/2017).

In Gelsenkirchen sprach Marks in einem Fachvortrag in der Fachgruppe Informatik über seine Arbeit. Außerdem gab er einer etwas kleineren Gruppe von Studierenden die Gelegenheit, seiner Inventur aktueller VR-Projekte zu folgen und sich für eine Zusammenarbeit begeistern zu lassen. Stefan Marks Plan ist es, virtuell und weltweit eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, die gemeinsam trotz kontinentweiter Entfernung an demselben Problem arbeitet und beispielsweise im virtuellen Treffpunkt gleichzeitig dasselbe Werkstück, dieselbe Messreihe „in die Hand“ nimmt. Das Besondere daran wird sein, dass weitere Mitarbeiter Daten aus anderen Quellen in den virtuellen Raum „reinreichen“ können sollen, sodass die Daten aus ganz unterschiedlichen technischen Quellen kommen können.

„Auf diese Weise könnten wir beispielsweise Erdbeben visualisieren und ihre Folgen beurteilen“, so Marks. Neuseeland liefere da gute Beispiele, erst 2016 habe sich auf der neuseeländischen Südinsel ein Erdbeben der Stärke 7,8 ereignet, was als „stark“ gilt. Aber auch die Westfälische Hochschule kann entsprechende Daten liefern, da Prof. Dr. Hartmut Surmann im September 2016 bei dem Erdbeben im italienischen Amatrice mit seinen Erkundungsrobotern der Feuerwehr zu Hilfe eilte (Trikon berichtete in Ausgabe 6/2016).

Einen Namen hat das Projekt bereits: „MajorDomo“. Damit erinnert es an die historische Funktion des obersten Beamten und Befehlshabers, der in diesem Fall unterschiedliche Maschinen und Datenquellen für eine Gruppe weltweit verteilter und durch Zeitzonen getrennter Menschen erlebbar in einem virtuellen Raum zusammenführt.

Demnächst, so ist es der Plan von Lux und Marks, soll aus der Fachzusammenarbeit und den studentischen Projekten eine förmliche Zusammenarbeit zwischen der AUT und der Westfälischen Hochschule erwachsen. Lux: „Dann können wir uns nicht nur virtuell treffen, sondern auch in der realen Welt Studierende und Lehrende zwischen Gelsenkirchen und Auckland austauschen.“ Das nächste Abenteuer, dann in echt.