Nachrichten aus der Westfälischen Hochschule

Ruhr-Talente-Stipendienprogramm

Stolze Stipendiatinnen und Stipendiaten: 102 Ruhrtalente bekamen in der Essener Lichtburg ihre Urkunden für das Schuljahr 2017/18 überreicht. Foto: WH/Dominik Asbach

„Aktiv gestalten abseits von ausgetretenen Pfaden.“ Die Ruhr-Talente haben sich den Satz von Präsident Professor Dr. Bernd Kriegesmann zu Herzen genommen und sind seit Anfang November das größte frei zugängliche Schülerstipendienprogramm im Ruhrgebiet. Im Rahmen einer kurzweiligen Aufnahmefeier in der Essener Lichtburg erhielten 102 Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre Urkunden für das Schuljahr 2017/18. Die zweite gute Nachricht des Abends: Die Ministerin für Schule und Bildung des Landes NRW, Yvonne Gebauer, übernimmt die Schirmherrschaft für die RuhrTalente.

Vergeben von der Westfälischen Hochschule, angesiedelt am NRW-Zentrum für Talentförderung, gefördert durch die RAG-Stiftung und unterstützt von der „TalentMetropole Ruhr“ des Initiativkreises Ruhr. Das Quartett steht federführend hinter der rasanten Entwicklung der Ruhr-Talente, die innerhalb von anderthalb Jahren ihre Teilnehmerzahlen verdoppelten – und mit der Schulministerin eine weitere prominente Fürsprecherin für sich gewonnen haben. „Yvonne Gebauer hat für diese Initiative sehr gerne die Schirmherrschaft übernommen. Es ist Ziel der Landesregierung, dass Talente und Leistungsbereitschaft die bestimmenden Faktoren für Bildungserfolg sind, nicht die soziale Herkunft“, sagte Staatssekretär Mathias Richter, der die Ministerin in Essen vertrat. „In helle Köpfe statt in dunkle Schächte zu investieren“ sei zudem wichtig für die Zukunftsfähigkeit der Region, betonte Richter, beim Recklinghäuser Fußballverein SG Hillen als Vorstand selbst seit Jahren tief verwurzelt in der Arbeit mit Jugendlichen jeglicher Herkunft und sozialer Schicht.

„Stellt euch auf und setzt euer strahlendstes Lächeln auf.“ Bei der Generalprobe von Marcus Kottmann, Leiter des NRW-Zentrums für Talentförderung, noch auf Ansage angeknipst, erhellte das Lächeln der Hauptdarstellerinnen und -darsteller für den Rest dieses Dienstagabends von ganz allein die Lichtburg. Auch die zahlreichen Gäste vom Verwandten bis zum Bürgermeister kamen schnell in beste Stimmung, denn die Talente bewiesen eindrucksvoll, dass ein Jahr Förderung bereits Früchte trägt. So fragte das Gladbecker Ruhr-Talente Manal Mesdouri an der Seite von Moderator Felix Schlebusch eine Gesprächsrunde souverän aus, für sein Heimspiel ließ sich der Essener Alae Eddine Sanaa per Skype aus den USA zuschalten – und überraschte mit einem launigen und selbstbewussten Reisebericht seines Austauschjahres an einer High School in Minnesota nicht nur seine anwesenden Eltern. „Das Programm ist Chance und Ehre für uns“, hallte Sanaas Stimme durch den Saal und die über 50 neuen Ruhr-Talente, die zum Höhepunkt des Abends ihre Aufnahmeurkunden bekamen, machten große Augen.

Große Augen und viele Schnappschüsse machten die Schülerinnen und Schüler auch beim Auftritt von Ususmango, dem Gründer und Star von „RebellComedy“. Vom Ruhrgebiet-Feierabendverkehr nicht aus der Ruhe zu bringen, zog Usama Elyas den Saal schnell auf seine Seite. Klar, dass Ususmango im Anschluss als Fotomotiv heiß begehrt war.

Plus 50 oder doch eine Verdopplung? In welche Richtung sich das Schülerstipendienprogramm in den nächsten Jahren bewegen soll, machte Bernd Kriegesmann in seiner Ansprache deutlich. „Dieses Programm wird mit Herzblut vorangetrieben, in unglaublich kurzer Zeit ist Grandioses gelungen. Warum also nicht die Teilnehmerzahlen verdoppeln?“ Marcus Kottmann nahm als nächste Entwicklungsstufe die Zahl von 250 Stipendiateninnen und Stipendiaten für die nahe Zukunft ins Visier. Damit wäre Ruhr-Talente das größte Schülerstipendium in NRW. Der Chef des NRW-Zentrums: „Wir haben hier im Ruhrgebiet jetzt eine Vorreiterrolle und wir sehen, was diese Stipendien für Energie freisetzen. Ruhr-Talente stecken im positiven Sinne an!“ (Bastian Rosenkranz)