Nachrichten aus der Westfälischen Hochschule

Bewegung und Entspannung

Direkt nach der Theorie konnten die ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Übungen im Sportkeller der Westfälischen Hochschule in Raum B3.UG.23 beginnen. Trikon besuchte die „aktive Pause“ in der Folgewoche, als Sarah Wischniewski (l.) die Gruppe anleitete. Sie ist genau wie ihre Kollegin Carolin Kibele, mit der sie sich abwechselt, von „medicos.AufSchalke“. Mitmach-Interessierte wenden sich an Christian Schadt (v.l.) im Personalservice. Foto: WH/BL

Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements lud das Dezernat „Personalservice“ die Beschäftigten ein zu einem Vortrag über „Rückengesundheit“. Dabei gab es erste Übungen für’s Rückentraining. Nachfolgend können die Beschäftigten wöchentlich im Wechsel dienstags oder mittwochs im Sportkeller der Hochschule an „aktiven Mittagspausen“ teilnehmen, um ihren Rücken mit Übungen fit zu halten, die man in den Arbeitsalltag einbinden kann.

(BL) „Rücken“ ist die Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland und erzeugt einen volkswirtschaftlichen Schaden von rund 50 Milliarden Euro jährlich. Wie man mit Bewegung und Entspannung für den Rücken Schmerzen vorbeugen und Beweglichkeit erhalten kann, war das Thema von Sportwissenschaftlerin Carolin Kibele von „medicos.AufSchalke“. Bevor sich die Zuhörerinnen und Zuhörer auf erste kleine Übungen einließen, wie sie eingebunden in den Arbeitsalltag ihren Rücken stärken können, gab es etwas anatomische Theorie: Nur wer weiß, warum er etwas tun sollte, tut es auch. In Theorie und Praxis.

Die Zuhörer lernten im Schnelldurchgang die Wirbelsäule kennen, die Funktion von Bandscheiben und Muskeln und was am besten hilft, um sie im Gleichgewicht und gesund zu halten oder wieder zu mobilisieren. Kibele: „Das beste ist, viel zu gehen. Am allerbesten 10.000 Schritte am Tag. Aber die meisten, die im Büro arbeiten, schaffen das nicht.“ Durchschnitt, so Kibele, seien etwa 3.000 Schritte am Tag: Luft nach oben. Bei zu wenig Bewegung erlahmen die Stützmuskeln und die Bandscheiben werden porös, trocknen aus und schrumpfen. Deswegen soll man neben der Bewegung auch viel trinken, damit die Flüssigkeitsversorgung der Gelscheiben zwischen den Wirbeln gesichert ist.
So manchen Auslöser von Rückenschmerzen kann man vermeiden, indem der Mensch sich angewöhnt, „richtig“ zu heben und zu tragen. Kibele: „Der Klassiker ist der Auto fahrende Mensch, der nur wenige Meter zu Fuß zurücklegt, aber schwere Lasten falsch in den Kofferraum hebt und wieder herausholt. Hebt man richtig, belastet eine 25-Kilogramm-Last den Rücken mit 75 Kilo, hebt man falsch, steigert sich das auf 375 Kilo.“ Und dann verspannen sich die Muskeln, drücken auf die Nerven und die „Hexe schießt“. Das wieder zu lockern, tut nicht nur weh, sondern kann auch bis zu mehreren Wochen dauern. Besser: mit über den Tag verteilten kleinen Büroübungen den Rücken stärken und ihm Entspannung anbieten. Noch besser: Die Rückengymnastik einbauen ins tägliche Leben und ergänzen mit Ausdauertraining, Wahrnehmungstraining, Krafttraining, Koordinationstraining und Entspannungstraining. Kibele: „Rückengerecht zu leben muss gelernt und dauernd geübt werden.“