Die „etwas anderen“ Orientierungswochen

Mit viel Abstand und vor kleinen Gruppen begrüßte Dekan Prof. Dr. Christian Fieberg die Studienanfängerinnen und -anfänger im Corona-Wintersemester 2020/21. Foto: WH

Das Wintersemester 2020/2021 musste wegen der Corona-Pandemie ein hybrides Semester sein als Mischung aus mit den Schutzbestimmungen möglichen Präsenzveranstaltungen und Veranstaltungen im Distance-Learning-Modus. Das änderte auch die Form, in der die Studienanfänger und -anfängerinnen begrüßt wurden und wie sie Orientierung beim Studienstart erhielten.

Im Fachbereich „Maschinenbau, Umwelt- und Gebäudetechnik“ etwa gab es nicht nur eine Begrüßungsveranstaltung, sondern zwei, damit nicht zu viele Personen zusammenkamen. Da der direkte Kontakt der Studierenden nur sehr eingeschränkt möglich war, haben sich die Erstsemester in den Bachelor-Studiengängen „Technisches Facility-Management“, „Technische Gebäudeausrüstung“ und „Umweltingenieurwissenschaften“ und ihre Lehrenden anschließend nachmittags spielerisch in einem Online-Café kennengelernt. Dabei konnten die Studierenden bei einem digitalen Kennenlernspiel mit viel Spaß ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausfinden. Die Lehrenden beantworteten „en passant“ Fragen zum Studiengangskonzept. So war für ein erstes hilfreiches und unterhaltsames Kennenlernen gesorgt.
Im Laufe der folgenden ersten Woche machte ein neu geschaffenes Fachbereichstutorenteam die Erstsemester mit digitalen Werkzeugen wie Videokonferenzen, Lernplattformen und Prüfungsverwaltung vertraut. Getreu dem Hochschul-Motto „Wissen. Was praktisch zählt“ konnten parallel die Labore und der Makerspace besichtigt werden.

In der zweiten Orientierungswoche wurde es dann noch persönlicher: Alle Erstsemester hatten die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch mit einem Lehrenden seiner/ihrer Wahl, um über den Studieneinstieg allgemein und über konkrete Fragen zu reden. Dazu konnten die Studierenden vorher einen „Studi-Starter-Fragebogen“ ausfüllen und an einem Self-Assessment für die MINT- und IT-Bereiche teilnehmen. Die Lehrenden haben sich für diese Gespräche extra mit einem Gesprächscoaching vorbereitet, damit alle Gespräche in lockerer Atmosphäre abliefen und sie den richtigen Blick für Gefühls- und Gedankenwelt der Studienanfänger und -anfängerinnen hatten. Den Lehrenden war es dabei wichtig, dass sich die Erstsemester gleich am Anfang ihres Studiums für die für sie bestmögliche Studienvariante entscheiden. Infolge der gerade neu akkreditierten Studiengangskonzepte ist es nämlich möglich, die Studieneingangsphase und das Studium sehr viel individueller zu gestalten als früher. „Beispielsweise die siebensemesterigen, Bafög-fähigen Bachelorstudiengänge mit individueller Einstiegsphase sind in dieser Form einmalig in Nordrhein-Westfalen“, betont Dekan Prof. Dr. Christian Fieberg. „Flex-Module“ nicht nur in den MINT-Fächern, sondern auch für Lernstrategien und Schreibkompetenzen helfen, Wissenslücken zu schließen und Frust in den ersten Semestern zu mindern oder ganz zu vermeiden.

Am Ende der zwei Orientierungswochen zeigte sich Prof. Dr. Markus Thomzik als einer der für die hybriden Orientierungswochen verantwortlichen Lehrenden hoch zufrieden: „Die zweiwöchige Einführungsphase in unsere neuen Studiengangskonzepte war ein völlig neuer Ansatz, um unsere Studierenden optimal in das Studium einzuführen. Das hat einen wichtigen Beitrag geleistet für eine völlig neue Lern- und Lehrkultur in unserem Fachbereich. Der Aufwand hat sich schon in den ersten Wochen gelohnt.“ (BL)

Maschinenbau Bocholt
Auch die Bocholter Erstsemester der Studiengänge Mechatronik, Bionik und Wirtschaftsingenieurwesen erwartete eine Mischung aus Präsenz- und Online-Veranstaltungen. Der Fachbereich Maschinenbau gestaltete die einwöchige Orientierungswoche so, dass nach einer Videobotschaft von Hochschulpräsident Prof. Dr. Bernd Kriegesmann und Bocholts Alt-Bürgermeister Peter Nebelo die Studienstarter in kleinen Gruppen und nacheinander, aber vor Ort die ersten Informationen zu ihrem Studium erhielten. In dieser Woche erhielten sie dabei vor allem durch Prof. Dr. Henning Kiel die „Anleitung zum Studieren“ am Beispiel des Mathematikmoduls, das alle machen. Dabei wurden die Themen Moodle, Zoom und alle anderen Online-Hilfsmittel erläutert und ausprobiert. Von Henning Kiel gab es außerdem ein echtes Experiment, das er im Hörsaal machte, das für die, die wegen der Gruppengröße nicht im gleichen Hörsaal dabei sein konnten, aber zeitgleich als exportiertes Format in den Nachbar-Hörsaal übertragen wurde. Ebenfalls gab es von der zentralen Studienberatung eine allgemeine Information für alle bei Frauke Wiedtemann und Vanessa Schardt. Zusätzlich gab es die Möglichkeit für die Fachschaften und den Asta Angebote zu platzieren. (BL)

Welcome Desk ins Studium
Die virtuelle Orientierungswoche am Institut für Journalismus und PR wartete mit einem „Welcome Desk“ auf: das Institut erkunden, Journalismus- und PR-Profis treffen, in Workshops die Mitstudierenden kennenlernen oder am Abend mit der Fachschaft ganz viel Spaß haben – diese Vielfältigkeit kennzeichnet seit jeher die Orientierungswoche am Institut für Journalismus und Public Relations für Erstsemester. Coronabedingt musste die „OWO 2020“ virtuell stattfinden.

Doch damit den Studierenden der Einstieg ins Studium auch in Pandemie-Zeiten gelang, hatte das Institut unter Mitwirkung eines studentischen Teams aus Master- und Bachelorstudierenden ein vielfältiges und motivierendes Programm konzipiert. Die Erstsemester des Bachelor-Studiengangs Journalismus und Public Relations sowie des Master-Studiengangs Kommunikationsmanagement wurden dabei vielfältig mit eingebunden. Über eine extra eingerichtete Landingpage wurden die neuen „Erstis“ an einem virtuellen Welcome-Desk begrüßt. Ein 360-Grad-Video bot die Möglichkeit, die Hochschule und das Institut JPR hautnah zu erleben und einen Blick in einzelne Seminare zu werfen. Am Welcome-Desk fanden die Studierenden dann auch übersichtlich ihre Einwahlschlüssel in die virtuellen Veranstaltungen und Workshops sowie zum Abendprogramm der Fachschaft.

Eine wesentliche Hilfe, damit die Studierenden nicht in der digitalen Welt strandeten, stellten die 16 Mentorinnen und Mentoren dar, die die gesamte Woche den Neuzugängen mit Rat und Tat zur Seite standen, sei es bei der Seminareinschreibung oder bei den Kleingruppen oder bei Workshops, in denen erste kommunikative Aufgabenstellungen gelöst werden mussten. Absolventen und Absolventinnen, die sich erfolgreich in den Branchen Journalismus und PR etabliert haben, gaben einen Einblick in ihren Berufsalltag und beantworteten Fragen zu ihrem Werdegang.

Bei den Mastern stand unter anderem  ein virtuelles Dinner mit Personalberaterin Dr. Anna Katharina Jacob von Capitalent auf dem Programm, die erklärte, worauf Arbeitgeber bei Nachwuchsführungskräften achten. Am Donnerstag wurde Teamarbeit groß geschrieben. Bei einem Online-Escape-Room haben die Master einen spannenden Kriminalfall gelöst und dabei erste nähere Kontakte untereinander knüpfen können.

Trotz anfänglicher Befürchtungen, die Virtualität könne die Erstsemester überfordern, war die Orientierungswoche ein voller Erfolg. „Unsere Evaluation zeigt, dass es uns gelungen ist, nicht nur die notwendigen Inhalte, sondern auch den familiären und persönlichen Charakter unseres Instituts zu transportieren“, so Projektbetreuerin Prof. Dr. Julia Frohne, „jetzt freuen wir uns darauf, unsere Neuen hier vor Ort so bald wie möglich zu begrüßen.“ Gerade das Abendprogramm der Fachschaft, der familiäre Umgang und die tolle Betreuung der Mentoringgruppe überzeugten. (Sophie Dilla)

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